Lehrte, 02.11.2026
Während Notfälle derzeit weiterhin versorgt werden können, geraten Krankenhäuser zunehmend unter Druck. Bereits jetzt drohen Einschränkungen bei planbaren Operationen. Besonders kritisch ist die Situation bei den Blutgruppen 0 positiv, 0 negativ und B negativ, deren Vorräte teilweise nur noch für wenige Tage ausreichen.
Für das DRK ist die Entwicklung alarmierend. Bereits die Sommermonate mit langen Hitzeperioden haben zu einem Rückgang der Spendenbereitschaft geführt. Nun verschärft die beginnende Erkältungs- und Grippesaison die Situation zusätzlich.
„Viele Menschen gehen selbstverständlich davon aus, dass Blutkonserven jederzeit verfügbar sind. Aktuell sehen wir jedoch, dass die Reserven auf ein Maß gesunken sind, das uns große Sorgen bereitet. Jede nicht geleistete Blutspende fehlt am Ende einem Menschen, der nach einem Unfall, einer Operation oder einer schweren Erkrankung dringend darauf angewiesen sein kann“, erklärt Andreas Witte, Sprecher des DRK Ortsvereins Lehrte.
Nach Angaben des DRK werden derzeit rund 3.000 Blutspenden pro Tag benötigt, um die Versorgung der Krankenhäuser wieder auf ein sicheres Niveau zu bringen. Vor diesem Hintergrund ruft der DRK Ortsverein Lehrte die Bevölkerung dazu auf, den nächsten Blutspendetermin wahrzunehmen.
Mittwoch, 18. November 2026
15:00 bis 19:30 Uhr
DRK-Zentrum Lehrte, Ringstraße 9
Blut spenden kann jeder gesunde Mensch ab 18 Jahren. Eine obere Altersgrenze gibt es nicht mehr. Benötigt wird lediglich ein gültiger Personalausweis. Die eigentliche Blutentnahme dauert meist nur zehn bis fünfzehn Minuten. Eine einzelne Spende kann jedoch mehreren Patientinnen und Patienten helfen und im entscheidenden Moment Leben retten.
„Wer heute Blut spendet, hilft nicht irgendwann, sondern ganz konkret in den nächsten Tagen. Die Lagerbestände reichen bei einigen Blutgruppen nur noch sehr kurz. Deshalb appellieren wir an alle gesunden Bürgerinnen und Bürger, sich jetzt die Zeit für eine Blutspende zu nehmen“, so Witte.
Die aktuelle Situation macht aus Sicht des Ortsvereins aber auch ein anderes Problem sichtbar: Viele Menschen erfahren von Blutspendeterminen nicht oder erst sehr kurzfristig. Dabei wäre die Bereitschaft zu helfen oft vorhanden.
Deshalb hat der DRK Ortsverein Lehrte das Projekt „Reichweitenbotschafter“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, wichtige Informationen des DRK künftig deutlich stärker in Lehrte sichtbar zu machen.
Unterstützer erhalten fertige Informationsvorlagen, die beispielsweise in Geschäften, Arztpraxen, Apotheken, Unternehmen oder Vereinsheimen ausgehängt sowie über WhatsApp und andere digitale Kanäle weiterverbreitet werden können. Das Konzept ist bewusst einfach gehalten. Es gibt keine Verpflichtungen, keine festen Einsatzzeiten und keine Mindestanforderungen. Jeder Unterstützer entscheidet selbst, ob und wann er einen Aushang veröffentlicht oder Informationen teilt.
„Die aktuelle Blutknappheit zeigt sehr deutlich, dass Reichweite Leben retten kann. Oft fehlt nicht die Hilfsbereitschaft der Menschen, sondern schlicht die Information über einen anstehenden Blutspendetermin. Wenn es uns gelingt, diese Informationen noch stärker in die Stadt zu tragen, gewinnen wir langfristig mehr Spender und stärken damit die Versorgungssicherheit für alle“, erklärt Andreas Witte.
Unter dem Motto „Mach du die Sichtbarkeit, wir kümmern uns um die Menschen“ hofft der Ortsverein auf zahlreiche Unterstützer.
„Für den Einzelnen bedeutet ein zusätzlicher Aushang nur wenige Minuten Aufwand. Für das DRK kann genau dieser eine Aushang den Unterschied machen, ob ein Blutspendetermin von 50, 100 oder von 150 Menschen wahrgenommen wird. Deshalb suchen wir Menschen, die bereit sind, ihre Reichweite für einen guten Zweck einzusetzen“, so Witte weiter.
Interessierte können sich als Reichweitenbotschafter registrieren und werden anschließend automatisch informiert, sobald neue Vorlagen für Blutspendetermine oder andere DRK-Aktionen bereitstehen.
Weitere Informationen zum Projekt Reichweitenbotschafter:
www.drk-lehrte.de/newsletter.html
Der DRK Ortsverein Lehrte hofft daher auf doppelte Unterstützung: auf viele Blutspender am 18. November und auf viele Reichweitenbotschafter, die dabei helfen, künftige Hilfsaufrufe noch sichtbarer zu machen.
Denn ausreichend Blutkonserven sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind das Ergebnis einer solidarischen Gemeinschaft, die informiert bleibt, Verantwortung übernimmt und handelt.
